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Namensherkunft Veit PDF Print E-mail
Written by Veit Olschinski   
Friday, 21 March 2008 15:27

Veit (lateinisch: Vitus) ist im deutschen Sprachraum als Vorname oder Familienname gebräuchlich.

Die Herkunft ist lateinisch und wird evtl. an "vita" (Leben) angelehnt, vielleicht von Wido, d. h. Holz (althochdt.).

Weitere Namensvarianten sind:

  • Veith
  • Viet
  • Veidt 

Namenstag ist der 15.Juni. Gedenktag des Hl. Vitus („Sankt Veits-Tag“).

Der Heilige Veit 

Der Heilige Veit (Vitus) (* in Mazara, Sizilien; † um 304 in Lukanien, Süditalien) starb unter Diokletian als Märtyrer und ist einer der Vierzehn Nothelfer. Die geschichtliche Existenz des heiligen Vitus gilt durch die frühen Nachweise seines Kultes als gesichert. Er ist der Schutzpatron der Apotheker, Gastwirte, Bierbrauer, Winzer, Kupferschmiede, Tänzer und Schauspieler, der Jugend, der Haustiere, von Böhmen, Prag, Sachsen und Sizilien, also vor allem von Gebieten mit (ehemals) slawischer Bevölkerung, Missionare brachten die Gebeine des Heiligen angeblich dorthin mit. Er hilft gegen Krämpfe, Epilepsie, Tollwut, Veitstanz, Bettnässen und Schlangenbiss.

In der Ikonographie wird er meist als Knabe oder Jüngling in einem Ölkessel stehend mit Palme, Buch, Rabe, Adler oder Hahn dargestellt. Die Verbindung mit dem Hahn entstand dadurch, daß ihm wie dem slawischen Lichtgott Svantovit, den er verdrängte, Hähne geopfert wurden. Der Vidovdan (deutsch Sankt-Veits-Tag) war einer Theorie zufolge der Feiertag des altslawischen Gottes Svantovit (auch interpretiert als Sveti Vid, zu dt. "der heilige Seher"). Er war der oberste Kriegsgott der heidnischen Slawen. Der genannten Theorie zufolge konstruierte die christliche Kirche den heidnischen Feiertag zu ihrem Sankt-Veits-Tag um.

Im Zuge der panslawischen Bewegungen gewann der Sankt-Veits-Tag besondere, nationale Bedeutung als slawischer Vidovdan. Theorien, wie die oben genannte, entstanden und gaben dem Vidovdan einen altslawischen Charakter. Vom 19. Jahrhundert an wurde an diesem Tag in Bratislava ein Sokolfest veranstaltet, an dem sich alle slawischen Bewohner Österreich-Ungarns zu einer gemeinsamen Kundgebung trafen.

Besondere Bedeutung hat der Vidovdan jedoch als Gedenk- und Feiertag für die Serben. Am Sankt-Veits-Tag, dem 15. Juni 1389 (nach Gregorianischem Kalender am 28. Juni), fand die Schlacht auf dem Amselfeld zwischen Serben und Osmanen statt, bei der beide Heerführer, Knez Lazar Hrebeljanovic und Sultan Murad I., umkamen. Als Symbol der Aufopferung für die christlichen Werte ging diese Schlacht in die serbische Geschichte und Mythologie ein. Am 28. Juni 1914 erschossen serbische Nationalisten den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajewo, was den Beginn des Ersten Weltkrieges markierte.

Die Legende 

Der Legende zufolge wurde der Sohn eines heidnischen Senators in Mazzara - dem heutigen Mazara del Vallo auf Sizilien - von seiner Amme Crescentia und seinem Erzieher Modestus bekehrt. Noch als Kind wurde er von seinem Vater geschlagen und vor den Richter gebracht, weil er nicht von seinem Glauben lassen wollte. Auch der Richter befahl, ihn zu schlagen, aber dem Richter und seinen Knechten verdorrten die Arme, worauf Vitus betete und sie heilte. Der Vater schloss ihn mit musizierenden und tanzenden Mädchen ein, die ihn verführen sollten. Als er ihn dabei durchs Schlüsselloch beobachtete, sah er seinen Sohn von sieben Engeln umgeben und wurde blind. Er gelobte vergeblich, einen Stier mit goldenen Hörnern im Jupiter-Tempel zu opfern; erst das Gebet des Sohnes heilte ihn. Trotzdem trachtete er ihm nun nach dem Leben, aber ein Engel veranlasste Vitus, mit seinem Lehrer Modestus und seiner Amme Creszentia auf einem Schiff nach Lucanien zu fliehen, wo ihnen ein Adler Brot brachte.

Vitus und seine Begleiter wurden entdeckt und zu Kaiser Diokletian gerufen. Vitus heilte zwar dessen besessenen Sohn, aber er weigerte sich auch jetzt, den Göttern zu opfern und wurde mit Modestus und Crescentia ins Gefängnis geworfen. Die schweren Eisenplatten, die sie erdrücken sollten, fielen von ihnen und Engel erleuchteten die Finsternis des Kerkers. Man warf sie in einen heißen Ölkessel, aber sie stiegen unversehrt heraus. Ein Löwe wurde auf sie gehetzt, aber der legte sich zahm zu ihren Füßen und leckte sie. Mit Modestus auf die Folterbank gespannt, um mit Haken zerfleischt zu werden, zerschlugen Blitze das Martergerät, ein Erdbeben ließ die Tempel rundum einstürzen, die Folterknechte und das entsetzt fliehende Volk wurden von den Trümmern erschlagen. Engel lösten Vitus, Modestus und Creszentia von ihren Fesseln und betteten sie an einem Flussufer, wo sie ruhten und sanft im Gebet ihre Seelen aufgaben. Adler bewachten ihre Leiber, bis die fromme Witwe Florentia sie fand und begrub.

Nach einer Legende soll Bischof Otto von Bamberg bei der Bekehrung der Pommern, die einen Hahn heilig hielten, ein silbernes Reliquiar mit Gebeinen des Vitus, das von einem Hahn gekrönt war, aufgestellt haben; dieses Reliquiar haben die Pommern anerkannt, so wurden sie durch die Kraft der Reliquien bekehrt.

Die Verehrung 

Vitus' Verehrung ist schon um 600 belegt. Seine Reliquien kamen 756 in die Basilika St. Denis bei Paris, 887 in die berühmte Abtei Corvey, sein Haupt wurde 1355 in den Veits-Dom in Prag überführt, der ihm zu Ehren von Herzog Wenzel von Böhmen erbaut wurde. An rund 150 Orten erklärt man sich im Besitz von Reliquien. Vitus ist einer der 14 Nothelfer. Über dreißig Patronate zeigen, wie volkstümlich und beliebt dieser Heilige geworden ist. Er wird traditionell von den an Chorea, dem "Veitstanz", Erkrankten angerufen; Chorea ist eine Nervenkrankheit mit ungewollten, spastischen Bewegungen des gesamten Körpers, die sich willentlich nicht unterdrücken lassen und durch eine organische Schädigung im Zentralnervensystem bedingt sind.

Vielleicht weil Vitus' Gedenktag im Bereich der Sonnwende liegt, knüpft sich in der Volksfrömmigkeit an diesen Heiligen der Glaube, er sei für pünktliches Wachwerden ohne Uhr zuständig: "Heiliger St. Veit / wecke mich zur rechten Zeit; / nicht zu früh und nicht zu spät, / bist die Glocke ... schlägt."

Nach Veit benannte Orte

  • Sankt Veit an der Glan in Kärnten
  • Sankt Veit im Innkreis in Oberösterreich
  • Sankt Veit im Mühlkreis in Oberösterreich
  • Sankt Veit (Gemeinde Gratkorn) in der Steiermark
  • Sankt Veit am Vogau in der Steiermark
  • Sankt Veit an der Gölsen in Niederösterreich
  • Sankt Veit im Pongau im Bundesland Salzburg
  • St. Veit in Defereggen in Osttirol
  • Neumarkt-Sankt Veit im Landkreis Mühldorf am Inn in Bayern
  • Sankt Vit (Rheda-Wiedenbrück) in Nordrhein-Westfalen
  • Veitshöchheim im Landkreis Würzburg in Bayern
  • Sankt Vith in Belgien
  • Veitsteinbach im Landkreis Fulda in Osthessen
     

 

 

Last Updated on Tuesday, 10 June 2008 07:00
 
Olschinski - Privat
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